Leidenschaft mi transp
WN alpin

Interview zum 20-jährigen Firmenjubiläum von WN alpin:

Toni Langer, Bergführer und seit Jahren mit Werner Niedermaier befreundet, im Gespräch mit Werner Niedermaier. Beide absolvierten gemeinsam vor über 25 Jahren ihre Ausbildung im Einzelhandel. Toni Langer ist mittlerweile seit vielen, vielen Jahren selbständiger Kaufmann in Nürnberg.

TL: Werner, zuerst einmal die Frage: Würdest du noch mal deine Idee “WN alpin” mit deiner heutigen Erfahrung anpacken?
WN: Absolut JA. Damals war die Idee eines Bergsportfachgeschäftes total NEU , es waren sehr schöne 20 Jahre.

TL: Was hat sich am meisten in diesen Jahren geändert?
WN: Schwere Frage. Sehr viel! Positiv viel ist bei unseren Produkten passiert. Wir haben bei uns im Büro einen Vau-De Katalog von ‘84, wenn du den siehst, das ist unglaublich, was damals verkauft wurde.

TL: Wie siehst du deine Tätigkeit im Handel heute?
WN: Wir sind Bindeglied zwischen Industrie und unseren Kunden. Und unsere oberste Maßgabe ist “Vielfalt” verbunden mit Leidenschaft, Kompetenz, ehrlicher Beratung und Topqualität. Klingt einfach - ist es aber nicht immer!

TL: Warum?
WN: Nun, die Situation im Handel ist sehr komplex und die Tendenz in Deutschland geht in Richtung Massenware. Die Fußgängerzonen schauen in Deutschland in vielen Städten mehr und mehr gleich aus. Die Arbeit von individuellen und persönlich geführten Familienunternehmen im Handel ist gar nicht hoch genug einzuschätzen. Lebensfreude und Spaß beim Einkaufen erfordert Vielfalt und Individualität.

TL: Welchen Weg gehen den euere Lieferanten?
WN: Da ist natürlich auch viel Bewegung drin. Einige haben die klare Tendenz in Richtung Menge, produzieren in Billiglohnländern immer noch mehr Menge und eröffnen zum Teil dann eigene Läden, weil der Fachhandel dieses “Mittelmass” nicht in der benötigten Menge verkaufen kann. Da gibt es dann auch mal eine Trennung. Unsere wichtigen Partner investieren in Qualität und in ihren Standort.

TL: Wen hast du da im Kopf?
WN: Wenn du mal bei einer Werksbesichtigung bei “Meindl Bergschuhe” in der Nähe vom Chiemsee, oder bei Stöckli-Ski Swiss dabei bist, da kannst du erfühlen was wir meinen: Leidenschaft für eine saubere Arbeit. Das beeindruckt mich.

TL: Was ärgert dich?
WN: Arroganz, Dummheit und Hochmut. Geschäftlich, politisch und privat.

TL: Welcher Charakterzug an dir war nicht immer hilfreich?
WN: Mein Gerechtigkeitssinn!

TL: Welcher hilft?
WN: Wie in deinem Geschäft auch, auf Dauer, Ehrlichkeit, Beharrlichkeit und Beständigkeit.

TL: Welche Tour im Gebirge war für dich die “Schönste”?
WN: Oft bleiben die kleinen Dinge. Die Hüttenmakkaroni auf der Mittenwalder-Hütte sind genauso toll, wie ein großer Gipfel. Ganz besonders sind immer unsere alpinen Familientage, leuchtende Kinderaugen, das ist Glück. Aber ein Highlight war sicher auch unsere gemeinsame “Winterexpedition in Ostgrönland”.

TL: Gibt es auch Dinge auf die du stolz bist?
WN: Stolz ist hoch gegriffen, aber ich kann mich nach 20 Jahren im Spiegel anschauen. Das beruhigt.

TL: Welche Person beeindruckt dich?
WN: Namen gibt’s hier nicht. Alle, die eine ehrliche Arbeit abliefern, mit Leistung und nicht mit Worten. Oder doch. Unser Freund und Bergführer Udo, zum Einen, wie er mit Elan und Zuversicht seinen Bergunfall hinter sich gelassen hat. Und seine kreativen Ideen. Ideen und Träume, die Realität werden, das beeindruckt mich.

TL: Möchtest du zum Jubiläum jemandem danken?
WN: Ja, ganz vielen. Allen, die uns auf unserem weg begleitet haben und uns verstehen. Allen, die uns motivieren, egal, ob es ein kurzer Kundenbesuch zum “Ratsch” bei uns im Laden ist, oder, ob es unsere Geschäftspartner sind. Und natürlich meiner Familie.

TL: Welche Geschichte hat dich zuletzt gefreut?
WN: Wir hatten vor wenigen Tagen ein Gespräch mit der Geschäftsleitung einer Firma mit klingendem Namen. Es ging unter Anderem um Moral, Partnerschaft und Ehrlichkeit und man sagte mir: Ich sei ein Träumer. Ich habe vor über 20 Jahren “WN alpin” mit Träumen geplant und angepackt. Wenn ich heute immer noch ein Träumer bin, dann bin ich sehr beruhigt! Wir haben auch für die Zukunft Träume.

TL: Danke dir für das Gespräch. ...wann fahren wir übrigens wieder nach Grönland?

 

 

 

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